Die Zahl der Immobilienverkäufe könnte 2026 um 7,3 % sinken, während die Preise um 12 % steigen. Wir erklären, warum und was das für Käufer in Barcelona und Katalonien bedeutet.

Der spanische Immobilienmarkt sendet 2026 ein Signal, das auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt: Es werden voraussichtlich weniger Immobilien verkauft, gleichzeitig sollen die Preise weiter deutlich steigen.
Laut den aktuellen Prognosen von BBVA Research, über die Idealista berichtet, könnten die Wohnimmobilienverkäufe in Spanien 2026 um 7,3 % zurückgehen, während die Preise um rund 12 % steigen.
Auf den ersten Blick erscheint das ungewöhnlich. Weniger Transaktionen werden normalerweise mit einer schwächeren Nachfrage und möglicherweise niedrigeren Preisen verbunden.
Doch genau das passiert hier nicht.
Das Hauptproblem auf dem spanischen Wohnungsmarkt ist nicht ein Mangel an Käufern. Es ist ein Mangel an verfügbaren Immobilien.
Die Nachfrage bleibt relativ stark.
BBVA Research nennt mehrere Faktoren, die den Markt weiterhin stützen: relativ niedrige Zinsen, Beschäftigungswachstum und steigende Reallöhne, die Bildung neuer Haushalte, teilweise getrieben durch Zuwanderung, sowie eine weiterhin relevante Nachfrage aus dem Ausland.
Das Problem liegt auf der Angebotsseite.
Es gibt schlicht nicht genügend verfügbare Wohnungen und Häuser, um diese Nachfrage zu decken, insbesondere in den Regionen und Städten, in denen besonders viele Menschen leben möchten.
Aus diesem Grund hat BBVA seine Verkaufsprognose nach unten korrigiert. Die Zahl der Transaktionen könnte in diesem Jahr um 7,3 % sinken, nicht weil die Käufer verschwunden sind, sondern weil hohe Preise und ein begrenztes Angebot die Zahl der tatsächlich abschließbaren Käufe einschränken.
Trotzdem dürften die Verkaufszahlen weiterhin auf historisch hohem Niveau liegen.
Für 2027 erwartet BBVA eine moderate Erholung von etwa 0,6 %, womit die Zahl der Transaktionen wieder leicht über 700.000 liegen würde.
Hier wird das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage besonders wichtig.
BBVA Research erwartet, dass 2026 rund 153.000 neue Wohnungen begonnen werden. 2027 soll diese Zahl auf 170.000 steigen.
Das klingt zunächst positiv, doch die Zahl der Haushalte wächst deutlich schneller. Für 2026 werden rund 223.000 neue Haushalte erwartet, für 2027 weitere 217.000.
Mit anderen Worten: Spanien schafft weiterhin mehr Wohnraumnachfrage als neues Wohnungsangebot.
BBVA geht davon aus, dass das kumulierte Wohnungsdefizit bis 2027 auf rund 885.000 Einheiten anwachsen könnte.
Solange diese Lücke bestehen bleibt, können besonders attraktive Immobilien weiterhin auf starke Nachfrage treffen.
Deshalb prognostiziert BBVA für 2026 einen Preisanstieg von 12 %, gefolgt von einem moderateren Wachstum von 5,7 % im Jahr 2027.
Weniger abgeschlossene Transaktionen bedeuten also nicht automatisch einen günstigeren Markt.
Die Zahlen von BBVA beziehen sich auf Spanien insgesamt und sollten daher nicht als genaue Prognose für jedes Viertel oder jede einzelne Immobilie verstanden werden.
Barcelona ist ein besonders fragmentierter Markt.
Eine renovierte Wohnung im Eixample, ein Familienobjekt in Sarrià-Sant Gervasi, eine kleinere Wohnung in Gràcia oder eine Immobilie mit umfassendem Renovierungsbedarf können sich völlig unterschiedlich entwickeln, selbst wenn sie gleichzeitig auf den Markt kommen.
Was die nationalen Zahlen jedoch zeigen, ist, dass Käufer mit einer weit verbreiteten Annahme vorsichtig sein sollten: Ein Rückgang der Transaktionen bedeutet nicht automatisch mehr Verhandlungsmacht.
In Gegenden, in denen hochwertige Immobilien knapp sind, kann ein realistisch bepreistes Objekt weiterhin mehrere Interessenten anziehen.
Das ist in Barcelona besonders relevant, weil lokale Nachfrage, internationale Käufer und ein begrenztes Angebot weiterhin für starken Wettbewerb um gute Immobilien sorgen können.
Das ist wahrscheinlich die wichtigste Frage.
Eine Prognose sinkender Verkaufszahlen kann Käufer dazu verleiten, auf einen schwächeren Markt zu warten.
Die aktuellen Zahlen sprechen jedoch nicht zwingend dafür.
Wenn die Verkäufe zurückgehen, weil weniger geeignete Immobilien verfügbar sind, und nicht weil die Nachfrage einbricht, garantiert Warten keinen besseren Kaufpreis.
Die sinnvollere Frage lautet, ob eine konkrete Immobilie heute einen angemessenen Wert bietet.
Für Käufer in Barcelona oder Katalonien bedeutet das, über den Angebotspreis hinauszuschauen und tatsächliche Vergleichswerte, Lage, Zustand des Gebäudes, Finanzen der Eigentümergemeinschaft, mögliche Sonderumlagen, eingetragene Wohnfläche, Renovierungshistorie und rechtliche Dokumentation zu prüfen.
Eine Immobilie kann im allgemeinen Marktvergleich teuer wirken und trotzdem einen vernünftigen Kauf darstellen. Gleichzeitig kann sich ein vermeintliches Schnäppchen schnell als teuer erweisen, wenn Renovierungskosten, anstehende Gebäudearbeiten oder rechtliche Probleme hinzukommen.
Das Interessanteste an der Prognose für 2026 ist nicht einfach, dass weniger Immobilien verkauft werden.
Entscheidend ist, dass weniger Objekte den Besitzer wechseln können, während der Wettbewerb um gute Immobilien weiterhin stark bleibt.
Für Käufer bedeutet das, dass Vorbereitung wichtiger wird.
Eine geklärte Finanzierung, ein realistisches Verständnis des Marktwerts sowie gründliche technische und rechtliche Prüfungen können deutlich hilfreicher sein als der Versuch, den perfekten Zeitpunkt für den Höchst- oder Tiefpunkt des Marktes vorherzusagen.
Für Verkäufer kann das knappe Angebot die Preise weiterhin stützen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich jede Immobilie problemlos verkaufen lässt. Käufer achten zunehmend auf den Zustand, die Unterlagen und darauf, ob der geforderte Preis tatsächlich gerechtfertigt ist.
Der spanische Immobilienmarkt kann sich 2026 also beim Transaktionsvolumen verlangsamen, ohne dadurch automatisch einfacher für Käufer zu werden.
Und genau dieser Unterschied ist entscheidend.
Dieser Artikel basiert auf den Prognosen von BBVA Research, über die Idealista im Beitrag „La venta de viviendas caerá un 7,3% en 2026 con incrementos de precios del 12%, según BBVA“ vom 13. August 2026 berichtet. Die genannten nationalen Prognosen und Schätzungen zum Wohnungsangebot stammen aus diesem Bericht. Die Analyse zu Barcelona und Katalonien spiegelt die Einschätzung von MySpot wider, was diese allgemeinen Markttrends für Käufer vor Ort bedeuten können.

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